"Die Polizei braucht Ihre Mithilfe"

PHK Kai Heller referiert zum Thema Einbruchschutz

Informationsabend "Einbruchsschutz" mit der Kripo Ingolstadt
Wenn die Nächte länger werden, nimmt die Zahl der Wohnungseinbrüche (167.136 waren es in Deutschland im Jahr 2015) wieder zu. Die Unabhängigen Wähler (UW) haben deshalb Ende Oktober zu einem Informationsabend zum Thema Einbruchsschutz mit Hauptkommissar Kai Heller von der Kripo Ingolstadt ins Gasthaus Grimm eingeladen. "Die Polizei braucht Ihre Mithilfe", sagte der Beratungsbeamte. Die Bürgerinnen und Bürger sollten Aufmerksamkeit zeigen und Verdächtiges melden, Anwesenheit simulieren, wenn sie nicht zuhause sind, vor allem aber Fenster und Türen sichern. "Wie lange braucht wohl ein Einbrecher, um mit einem Schraubenzieher ein Fenster aufzuhebeln", fragte Heller in die Runde. Die Antwort gab ein Youtube-Video (https://www.youtube.com/watch?v=ove9Ll8-SWM ), das der Beamte zeigte: Ganze 13 Sekunden. Heller riet deshalb eindringlich, Fenster und Terassentüren mit so genannten Pilzkopfverriegelungen nach RC2-Norm einbauen zu lassen. Weil Täter dann aber versuchen könnten, ein kleines Loch in die Scheibe zu schlagen, um das Fenster öffnen zu können, müssten die Fenstergriffe abschließbar sein und der Schlüssel außer Reichweite deponiert werden. Die meisten Einbrecher kämen zwar über die Terassentür (darüber gelangen 52% der Eiinbrecher ins Haus) und gut erreichbare Fenster (26%) ins Haus. Aber wenn die Haustür (14%) ein Fensterelement habe, müsse der Schlüssel nicht nur umgedreht sondern auch abgezogen werden. Wenn dann der Keller (7%) gesichert sei, die Lichtschächte mit Ketten und die Kellertür mit einem Querriegel, stünden die Chancen gut, das man zu den 40 Prozent der Fälle gehört, in denen der Einbreccher wieder abzieht.
Schlimmer als der materielle Schaden, sei oft die Verletzung der Privatsphäre, wusste Heller aus seiner Erfahrung als Berater und Ermittler zu brichten. Das konnte UW-Vorsitzende Brigitte Dellekönig, die vor Jahren selbst Einbruchsopfer wurde, nur bestätigen. Heller wusste auch Rat, wie man sich gegen als Bettler getarnte Diebe schützen kann. Hilfreich sei es schon, die aufdringlichen Personen mit einem lauten und deutlicchen NEIN in die Schranken zu weisen. Weil das vielen gar nicht so leicht fällt, ließ Heller die Zuhörer gleich im Chor üben. Am besten sei es, Fremde gar nicht erst ins Haus zu lassen. Dazu müsse die Haustür mit einem Bügel so gesichert sein, dass sie sich nur einen Spalt öffnen lasse. Da es aber keine hundertprozentige Sicherheit gebe, riet Heller, sich für den Ernstfall ein billiges Handy mit vorprogrammierter 110 auf das Nachtkästchen zu legen.
Alle, die ihr Haus oder ihre Wohnung sichern wollen, können sich laut Heller an die technische Beratung des Polizeipräsidiums in Ingolstadt wenden. Dort bekommt man eine Liste mit qualifizierten Fachfirmen. "Meine Kollegen und ich kommen aber auch gerne zu Ihnen nachhause, um Schwachstellen festzustellen und Sicherungsmaßnahmen zu besprechen", bot Heller am Ende seines kurzweiligen Vortrags an. (kue)