Mittelschule Pförring-Altmannstein

Konrektor Richard Feigl in Pförring

Feigl: „Chance für Kinder, Eltern und Gesellschaft“

 Die Mittelschule nimmt den unsäglichen Übertrittsdruck aus den Familien und ist eine Chance für Kinder, Eltern, Handwerksbetriebe und Vereinsleben auf dem Land. Davon konnten Bürgermeister Sammiller und Konrektor Feigl die Gäste beim Politischen Aschermittwoch der Unabhängigen Wähler überzeugen.

Der Schulverband Pförring hätte sich verschiedenen großen Mittelschulverbünden anschließen können, berichtete Bürgermeister Bernhard Sammiller, ob Vohburg, Neustadt oder Lenting. Er zeigte sich überzeugt, dass der kleine Verbund Pförring-Altmannstein, für den sich Marktrat und Schulverband entschieden haben, effizienter arbeiten könne. „Die Schulreformen der letzten Jahrzehnte, vor allem die sechsstufige Realschule, haben die Grundpfeiler des Schulsystems abgerissen“, sagte Konrektor Richard Feigl. Seitdem sei die Schulpolitik nur noch damit beschäftigt, das „marode Gebäude zu stützen“. Während in allen erfolgreichen Pisa-Ländern die Schüler acht Jahre zusammen lernten, müssten in Bayern „die armen Lehrer“ die Kinder in drei Häufchen sortieren, erklärte Feigl, in Gymnasiasten, Realschüler und Hauptschüler. „Und das manchmal ohne Ansehen der Persönlichkeit“, klagte der Pädagoge. In vielen Familien seien deshalb die Schulnoten der Kinder das Hauptgesprächsthema. Die Eltern wollten ja immer das Beste für ihr Kind, wußte der Beratungslehrer. Die beste Schulform für das Kind sei aber die, an der es die höchste Qualifikation erreicht. „Ein schlechter Schulabschluss egal von welcher Schule zählt nirgends“, stellte Feigl klar. Deshalb rate er den Eltern, ihr Kind an die Schulart zu schicken, „wo es zur besseren Hälfte zählt, wo es Erfolgserlebnisse hat und ausreichend Freizeit ohne ein permanent schlechtes Gewissen.“ Und genau hier sieht der Altmannsteiner Konrektor die Chance der Mittelschule. Die Mittelschule sei nämlich nicht nur ein neuer Name für die Hauptschule, betonte Feigl. An ein und derselben Schule gebe es den Regelkurs, der der Hauptschule entspricht und den Mittlere-Reife Kurs. Zwischen denen könnten Schüler wechseln, ohne sich zu blamieren, deshalb erreiche jeder einen Abschluss. Zur Mittelschule gehöre in jedem Fall ein freiwilliges Ganztagsangebot. In Altmannstein hat Feigl damit gute Erfahrungen gemacht. „Denn mehr und mehr Eltern schätzen es, wenn das Kind gegessen und die Hausaufgaben gemacht hat, wenn es nach Hause kommt.“ Daneben gebe es Förderkurse und musische oder sportliche Angebote. Als zweites Kriterium nannte Feigl die Mittlere Reife. An der Hauptschule Altmannstein gibt es bereits einen M-Zug mit 15 Schülern. Schüler, die die künftige Mittelschule Altmannstein-Pförring nach der 9. Klasse verlassen, können wie bisher den Quali machen. Der Abschluss nach der 10. Klasse sei mit Realschule oder Wirtschaftsschule vergleichbar und für anspruchsvolle gewerbliche Berufe wie Mechatroniker oder einfachere kaufmännische Berufe geeignet. Den künftigen Mittelschülern stehet über die Fachoberschule (FOS) aber auch der Weg zum Abitur und Studium offen. Außerdem werde großer Wert auf die Berufsorientierung gelegt, die Arbeitsagentur und örtliche Betriebe an die Schule geholt, die sich hier ihren Nachwuchs heranziehen könnten. Ob die Mittelschule und damit die Hauptschulstandorte eine Chance hätten, darüber würden letztendlich die Eltern „mit den Füßen abstimmen“, räumte Feigl ein. Obwohl die Hauptschule Pförring nur einzügig ist, müsse kein großer zusätzlicher Schülertourismus entstehen, meinte Sammiller auf Frage von Hans Schwürzer. In der 7. Klasse seien M-Kurse möglich und der Praxistag werde jahrgangsübergreifend gestaltet. Die M-Schüler ab der 8. Klasse seien auch bisher schon nach Lenting gefahren. Feigl hofft sogar, dass so viele Realschüler, die nicht zur besseren Hälfte gehören, am Ort bleiben, dass auch Pförring einen eigenen M-Zweig bekommt. Wie schon Bürgermeister Sammiller waren schließlich auch die Gäste beim Aschermittwoch von Feigls Vision begeistert und bezeichneten die Mittelschule als „Chance für Familien, Vereine und Handwerksbetriebe“. Bei diesem Neustart könne Pförring nur gewinnen, so die einhellige Überzeugung.